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	<title>QUERgedacht Blog &#8211; Landschaf des Wissens</title>
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	<description>Wissenschaftsverein Kärnten</description>
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		<title>Clusterfuck?</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/clusterfuck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Apr 2021 06:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HEIKE EGNER: In diesen verqueren Zeiten lernen wir viele neue Begriffe, ob nützlich oder nicht. Clusterfuck ist so einer, und sogar einer, den ich aktuell in die Kategorie nützlich einordne. Mir war das Wort unbekannt, bis es mir vor einigen Tagen im deutschen Radio in einem Interview begegnete. Mit Blick auf das nächste Ziel der Massenimpfung – die Kinder, als absolut schwächste Gruppe in unserer Gesellschaft – fiel er mir wieder ein: In Deutschland wird diskutiert, dass die „Bildungsteilhabe“ (sprich: Schulbesuch) ab Herbst vielleicht nur mit erfolgter Impfung möglich sein könnte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-0 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>In diesen verqueren Zeiten lernen wir viele neue Begriffe, ob nützlich oder nicht. Clusterfuck ist so einer, und sogar einer, den ich aktuell in die Kategorie nützlich einordne. Mir war das Wort unbekannt, bis es mir vor einigen Tagen im deutschen Radio in einem <span style="color: #e3006b;"><a style="color: #e3006b;" href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/detlef-guertler-ueber-sein-buch-clusterfuck-wenn-alles-den.1270.de.html?dram:article_id=423506">Interview</a></span> begegnete. Mit Blick auf das nächste Ziel der Massenimpfung – die Kinder, als absolut schwächste Gruppe in unserer Gesellschaft – fiel er mir wieder ein: In Deutschland wird diskutiert, dass die „Bildungsteilhabe“ (sprich: Schulbesuch) ab Herbst vielleicht nur mit erfolgter Impfung möglich sein könnte.</p>
<p>Das Wiktionary definiert: „<span style="color: #e3006b;"><a style="color: #e3006b;" href="https://en.wiktionary.org/wiki/clusterfuck">Clusterfuck</a></span> (Slang, vulgär). Eine chaotische Situation, wo alles schief zu gehen scheint. Wird oft verursacht durch Inkompetenz, Kommunikationsversagen oder eine komplexe Umgebung.“ Der Begriff kommt aus der Militärsprache der USA, wo er vermutlich im Vietnamkrieg geprägt wurde.</p>
<p>Angewendet auf unsere aktuelle politisch-grundgesetzlich-wirtschaftlich-gesellschaftlich-soziale Situation möchte ich das „oder“ in der Wiktionary-Definition durch ein „und“ ersetzen sowie die Definition um einen weiteren Begriff ergänzen. Wir sind in einer Situation, in der Inkompetenz, Kommunikationsversagen <i>und</i> eine komplexe Umgebung aufeinandertreffen. Dazu kommt noch <i>Ignoranz</i>, jener hartnäckige Wille zum Nicht-Wissen. Ignoranz ist es, die Situationen, in denen man sich verrannt hat und in denen alles das, was man normalerweise tut, wenn man ein Problem hat, außer Kraft setzt und immer noch weiter verschlimmert.</p>
<p>Anders kann ich mir nicht erklären, wie wir in eine Situation geraten konnten, in der auf der Grundlage von „Zahlen“ weitestreichende politische Entscheidungen getroffen werden, jedoch die Grundlage dieser Zahlen auch nach dieser langen Zeit nach wie vor obskur bleibt:</p>
<ul>
<li>Wie viele Menschen sind <i>tatsächlich</i> <i>an SARS-CoV2</i> <i>erkrankt</i>, nachdem mittels PCR-Test ein Kontakt mit dem Virus festgestellt wurde? Der Test alleine sagt <i>nichts</i> über das Infektionsgeschehen, er ist alleine „als Hilfsmittel für die Diagnose indiziert, daher müssen Gesundheitsdienstleister jedes Ergebnis in Kombination mit dem Zeitpunkt der Probenentnahme, dem Probentyp, den Assay-Spezifika, klinischen Beobachtungen, der Patientenanamnese, dem bestätigten Status aller Kontakte und epidemiologischen Informationen berücksichtigen“ (<a href="https://archive.is/6ny13"><span style="color: #e3006b;">WHO</span></a>). Die täglich mitgeteilten ‚Infektionszahlen‘ besagen nichts anderes als die „Zahl der PCR-positiv-Getesteten“. Über die tatsächlichen Erkrankungszahlen erfahren wir nichts.</li>
<li>Dazu kommt das Unterlassen der in der Statistik üblichen und für eine Einordnung notwendigen „Normierung“ der Testwerte, welche die Zahl der positiven Tests in das Verhältnis zu der Anzahl der Testungen insgesamt setzt. Ohne die Information über „Anzahl positiver PCR-Test/100.000 Testungen“ beispielsweise kann die täglich gemeldete Zahl der PCR-Positiven überhaupt nicht eingeordnet werden, wie <a href="https://sites.google.com/view/cidm-online"><span style="color: #e3006b;">eine vergleichende Darstellung für Deutschland</span></a> zeigt (letzte Folie).</li>
<li>Wie viele Menschen sind „an“ SARS-CoV2 gestorben? Und nicht „mit“ oder „im Zusammenhang mit“ Corona (<a href="https://archiv.landschaftdeswissens.at/an-oder-mit-corona-unertraeglicher-bullshit/"><span style="color: #e3006b;">dazu ausführlicher bereits früher</span></a>).</li>
<li>Für wen ist SARS-CoV2 tatsächlich gefährlich (im Sinne eines sehr schweren Verlaufs oder Todesfolge)?</li>
</ul>
<p>Seit dem Beginn der Krise im Frühjahr 2020 versuche ich beständig, die erhältlichen Zahlen (mit all den neu erfundene Indexwerten) in einen plausiblen Zusammenhang zu bringen. Erfolglos! Nach der mittlerweile mehr als einem Jahr andauernden Pandemiebeschallung mit immer verworrener Zahlenspielereien beobachte ich eine epidemieartige Zerrüttung des Denkens, die es Argumenten immer schwerer macht, Gehör zu finden. Die Gedanken und Gefühle sind in solche Unordnung geraten, dass sie das klare Denken vernebeln. <a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/die-avantgarde-der-angst.html"><span style="color: #e3006b;">Norbert Bolz</span></a> hat in einem anderen Zusammenhang festgestellt: „Wer Angst hat, kennt kein akzeptables Risiko. ‚Katastrophe‘ heißt nämlich: Ich will nicht rechnen“ (S. 15). Und schon ist sie da, die Ignoranz, der hartnäckige Wille zum Nicht-Wissen.</p>
<p>Die Pandemie-Zerrüttung unseres Denkens und Fühlens scheint schon so weit fortgeschritten, dass es bislang kaum Diskussionen hervorruft, dass Kinder und Jugendliche ebenfalls „durchgeimpft“ werden sollen. Und das, obwohl sie <span style="color: #e3006b;"><a style="color: #e3006b;" href="https://dgpi.de/stellungnahme-dgpi-dgkh-hospitalisierung-und-sterblichkeit-von-covid-19-bei-kindern-in-deutschland-18-04-2021/">nachweislich</a></span> weder der Gefahr eines schweren Verlaufs ausgesetzt sind, noch als Überträger eine wesentliche Rolle spielen. Die Maßnahmen im Namen der Pandemie haben bereits jetzt schon zu solch erheblichen Schäden bei Kindern und Jugendlichen geführt, dass von einer „verlorenen Corona-Generation“ gesprochen wird. Nun sollen auch noch gesunde Kinder und Jugendliche massenweise Impfstoffen ausgesetzt werden, die – zur Erinnerung – in Eilverfahren eine Notzulassung erhalten haben, deren tatsächlichen Wirkungen noch unerforscht sind und für deren unerwünschte Folgen die Hersteller sich ausbedungen haben, aus der Verantwortung genommen zu werden und keinerlei Haftung dafür übernehmen müssen?</p>
<p>„Ich will nicht rechnen!“ Ernsthaft? Clusterfuck!</p>
<p><span style="color: #870800;"> </span></p>
<p><em>Heike Egner, Geographin, Sozionautin, Gastprofessorin an der Universität für Bodenkultur in Wien und Vorstandsmitglied des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">20. Mai 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<title>Neues Denken – alte Erfolge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Apr 2021 06:18:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[ERHARD JURITSCH: Wir alle hoffen, dass die Corona-Krise endlich beherrschbar wird und neben den gesundheitlichen auch die veritablen wirtschaftlichen und sozialen Folgen reduziert werden können. Viele Maßnahmen wurden krisenbedingt gesetzt ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Wir alle hoffen, dass die Corona-Krise endlich beherrschbar wird und neben den gesundheitlichen auch die veritablen wirtschaftlichen und sozialen Folgen reduziert werden können. Viele Maßnahmen wurden krisenbedingt gesetzt, manche, vielleicht auch liebgewordene, müssen zurückgenommen werden. Für einige Themen sollte man aber auch das unreflektiert neoliberale Dogma relativieren und Instrumente etablieren, welche die europäische Erfolgsgeschichte in der Nachkriegsära ermöglicht haben, natürlich mit anderen Aufgabenstellungen und Schwerpunkten als damals. Dazu ist dringend eine neue Story zu Gründungen und Wachstum zur Diskussion zu stellen.</p>
<p>Ich rate jedem Gründungsteam, die Unternehmensentwicklung mit öffentlichem Geld soweit voranzutreiben, wie es nur irgendwie geht. Wenn sich dann der langersehnte Erfolg einstellt, wird durch das vorherrschende Mindset – alles dem Marktkräften unterzuordnen – schnell verdrängt, wodurch dieser, neben dem Engagement des Gründungsteams, ermöglicht wurde. In den Frühphasen ist der Anteil der öffentlichen Finanzierung sehr hoch. Wichtig wäre, dass sich der öffentliche Financier auch in der Wachstumsphase nicht verabschiedet. Wir brauchen ein exzellentes, innovatives und wachstumsstarkes Unternehmensportfolio. Nach der Frühphase darf daher nicht alles dem Markt überlassen werden.</p>
<p>Öffentliche Finanzierungen für Beteiligungen an Unternehmen sind nahezu tabu. Und die Rechnungshöfe machen jede Chancenbetrachtung zunichte – die Politik hat vor ihnen schon kapituliert. Budgets für Potentiale und Sichtbarkeit kann man leicht einsparen, die Budgets für die Behebung von Mangel sind entweder ineffizient eingesetzt oder zu knapp.</p>
<p>Der Verkauf eines einzigen erfolgreichen Unternehmens kann ein Landesbudget sanieren. Dies gelingt nicht, wenn der Gewinn aus dem Verkauf nur in private Hände gelangt. Ein sehr positives Beispiel eines öffentlichen Investments ist die Kelag, das Kärntner Energieversorgungsunternehmen. Aus dem Versorgungsbedarf für Stromproduktion und –netz entstanden, hat sie viel an den öffentlichen Haushalt zurückgezahlt und noch immer viel Potential. Vielfältige Formen der Public-Private-Partnership und von Genossenschaftsmodellen können neu belebt werden. Langfristig finanziert mit genügend Eigenkapital und sicheren Renditen.</p>
<p>Nach der Krise werden die öffentlichen Finanzierungen rasch reduziert werden, damit man die öffentlichen Schulden in den Griff bekommt. Die meisten Ökonomen argumentieren bestenfalls mit Marktversagen als Begründung öffentlicher Finanzierungen. Diese wären gerade noch für Unternehmensgründungen, KMU und schwache Regionen erlaubt. Ein Pyrrhussieg für die etablierten Unternehmen in den alten europäischen Industrienationen. Sie verlieren durch neue innovative amerikanische oder asiatische Unternehmen an Bedeutung. Geld im großen Stil für Forschung und Innovationen einzusetzen, das brauchen wir nach der Krise noch viel mehr als weitere traditionelle Konjunkturprogramme. Unternehmen kritisieren hohe Steuern, sie entscheiden sich aber bei der Standortauswahl für die forschungsintensiven Standorte, die bei Bildung, Infrastruktur und Umwelt am attraktivsten sind.</p>
<p><em>Univ.-Prof. Mag. Dr. Erhard Juritsch, Vorstand KWF Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, Universitätsprofessor Zentrum für Angewandte Betriebswirtschaftslehre und Entrepreneurship Universität Graz</em></p>
<p style="text-align: right;">14. April 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<title>Worauf kann man noch vertrauen?</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/worauf-kann-man-noch-vertrauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 06:38:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HORST PETER GROSS: Die Covid-Pandemie hat uns und unsere inzwischen höchst angespannten Gefühlslagen seit über einem Jahr fest im Griff: Neben Bangen und Hoffnung aufgrund von Lockdowns und halbherzigen Öffnungen zermürbt uns die ständig in Aussicht gestellte "Karotte der Erlösung" zur Rückkehr in die frühere "Normalität" – sofern sich irgendwelche Statistiken irgendwohin entwickeln sollten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-2 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Die Covid-Pandemie hat uns und unsere inzwischen höchst angespannten Gefühlslagen seit über einem Jahr fest im Griff: Neben Bangen und Hoffnung aufgrund von Lockdowns und halbherzigen Öffnungen zermürbt uns die ständig in Aussicht gestellte &#8222;Karotte der Erlösung&#8220; zur Rückkehr in die frühere &#8222;Normalität&#8220; – sofern sich irgendwelche Statistiken irgendwohin entwickeln sollten.</p>
<p>Niemand kennt sich mehr aus.</p>
<p>Insgeheim war zu hoffen, zum jetzigen Zeitpunkt &#8222;Corona&#8220; längst überwunden zu haben und keine weiteren Worte und Kommentare dazu verlieren zu müssen, doch die Natur des Virus, seine Mutationsfähigkeit und die aktuell immer noch prekäre gesellschaftliche Situation ist eine andere. Und sie ist eine verstörende! Was immer bisher unternommen wurde, um die Pandemie einzudämmen, hat bisher nichts gebracht. Die &#8222;Inzidenzzahlen&#8220; sind viel größer als vor dem ersten Lockdown vor einem Jahr, die politisch verordneten Konsequenzen ebenfalls völlig andere. Im besten Fall hätte man daraus gelernt, aber daran lässt sich zweifeln.</p>
<p>Fakt ist: All die medialen Inszenierungen dienten weniger der Lösung des Problems als der (regierungs-)politischen Propaganda, und das im Zusammenspiel mit einem Journalismus, der jede politische Äußerung im Detail seziert, in einer quotenfixierten Dauerschleife analysiert und auf der Suche nach persönlicher politischer Verantwortung deutet. Dies wiederum induziert eine Politik der Absicherung, um nur ja keinen Fehler zu machen. Aber auch einen fatalen Populismus, der gerade aus dieser Unsicherheit und den damit verbundenen existenziellen Ängsten der Bevölkerung heraus Kapital zu schlagen versucht und letztlich die Gesellschaft spaltet. Beides erleben wir nicht nur global, sondern auch angesichts der österreichischen Bundespolitik.</p>
<p>Die anfänglich aufrichtig empfundene Fürsorge und auch mutig gesetzten Maßnahmen der Politik, die von der Bevölkerung in dieser zutiefst verstörenden Situation vorbildlich mitgetragen wurden, haben inzwischen zu irritierenden Entscheidungen geführt, einem politischen Zick-Zack-Kurs, den niemand mehr nachvollziehen kann und will. Verstörend ist, dass die Politik selbst nach einem Jahr nicht in der Lage ist, diese Krise in den Griff zu bekommen. Noch verstörender ist aber, wenn sich herausstellt, dass angesichts einer <em>globalen</em> Bedrohung <em>nationales</em> parteipolitisches Kalkül regiert, schlimmer noch, letztlich der Egoismus der Ich-AG, den die neoliberalistische Ideologie seit Jahrzehnten propagiert. Leider auch in Teilen der politischen Elite, die eine neue politische Kultur verkauft und unter dieser Verkleidung lediglich ihre Machtbasis im althergebrachten Stil einzuzementieren versucht!</p>
<p>In diesem Sinne werden beispielsweise unpopuläre Corona-Beschränkungen vor Wahlen gelockert, auch wenn die Evidenzen dagegensprechen (zuletzt beispielsweise Bulgarien). Oder, es werden nationale Interessen vorgehalten, um die gemeinsam vereinbarte EU-Impfstrategie im Nachhinein zur persönlichen Profilierung populistisch zu unterwandern; nicht nur durch einen bekennend illiberalen ungarischen Regierungschef, der die Idee eines gemeinsamen Europa bei jeder Gelegenheit nationalistisch, parteipolitisch und egoistisch konterkariert, sondern auch durch einen österreichischen Bundeskanzler, der sich ebenfalls auf europäischer Ebene populistisch zu profilieren versucht, weil dies die größte politische Bühne ist. Das sind nur zwei Beispiele, die sich leider problemlos erweitern ließen &#8230;</p>
<p>Wenn der EU-Rat über den egoistischen Populismus der national Regierenden eine verantwortungsvolle europäische Politik derart unterwandert, ist das nicht nur zutiefst verstörend, sondern vor allem demokratiepolitisch untragbar. Gesellschaftspolitische Vernunft darf nicht parteipolitischem Kalkül, nationalistischen Interessen und schon gar nicht individueller politischer Karriere unterworfen werden. Leider ist zu befürchten, dass dies ein &#8222;frommer Wunsch&#8220; bleibt, weil die Mehrheit der Bevölkerung dies als politische Praxis abtut, die entweder ohnehin nicht veränderbar oder andererseits opportun erscheint, weil sie vermeintlich ihre Interessen vertritt.</p>
<p>Beides könnte ein fataler Irrtum sein.</p>
<p><em>Horst Peter Groß, Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">8. April 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<title>Über quer denken und quer sein, über denken und gedacht</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/ueber-quer-denken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Apr 2021 08:28:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HEIKE EGNER: Dieser Blog des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten heißt Quergedacht und führt mit diesem Namen ein Motto weiter, dem sich der Uni.club seit Jahren verschrieben hat. Der Blog entstand zu Beginn der Pandemie-Krise Anfang April 2020. Dass zeitgleich eine Bewegung entstanden ist, die sich querdenken nennt, ist eine Koinzidenz. Zwischen denken und gedacht mag es Unterschiede geben. Wer unseren Blog aus Befürchtungen vorm querdenken nicht (mehr) liest, hat falsch gedacht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-4 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-3 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Dieser Blog des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten heißt <em>Quer</em>gedacht und führt mit diesem Namen ein Motto weiter, dem sich der Uni.club seit Jahren verschrieben hat. Der Blog entstand zu Beginn der Pandemie-Krise Anfang April 2020. Dass zeitgleich eine Bewegung entstanden ist, die sich <em>querdenken</em> nennt, ist eine Koinzidenz. Zwischen denken und gedacht mag es Unterschiede geben. Wer unseren Blog aus Befürchtungen vorm querdenken nicht (mehr) liest, hat falsch gedacht.</p>
<p>Gleichwohl: In diesen Tagen gerät schnell in Verdacht, wer <em>quer denkt</em>. Kritik gilt zwar – in bestimmten Kreisen – immer noch als salonfähig. Bezieht sie sich jedoch auf die derzeitige Politik – die nur noch ein Thema zu kennen scheint: die vermeintlich große Gefahr durch einen Virus – ist Kritik überraschenderweise sofort verdächtig. Reflexartig heißt es: Bitte nicht so pointiert. Nicht so explizit. Nicht so konkret. Plötzlich warnen Wohlmeinende und einem zugeneigte Freunde vor der Beschädigung des Leumunds, weisen darauf hin, dass dieser oder jener Begriff auch von &#8222;den Rechten&#8220; oder gar &#8222;Verschwörungstheoretikern&#8220; benutzt werde, dieses oder jenes Argument jetzt gerade nicht gesagt werden könne. Und schon ist sie da, die Zensur im Kopf. Die Vorsicht bei dem, was man sagt, bei dem, was man schreibt. Und dann, irgendwann, aber vermutlich nicht allzu viel später, bei dem, was man denkt. Quer zu <em>denken</em> (= Grundlage jeglicher Kritik) wird auf diese Weise mit ideologischem Vorwurf diffamiert oder lächerlich gemacht, egal wie wissenschaftlich fundiert, reflektiert und differenziert das Argument auch sein mag.</p>
<p>Ganz anders offenbar, wer <em>quer</em> <em>ist</em>. Beides – quer denken und quer sein – bedeutete irgendwann einmal einfach nur: nicht dem Mainstream zu folgen bzw. nicht ihm zuzugehören, vielmehr einer Minderheit anzugehören. Eines der großen Projekte linker Politik war es, genau jenen Minderheiten eine Stimme zu geben, für ihre Rechte einzutreten und durch Gesetzgebung diese zu ermächtigen. Die ursprünglich gut gemeinte Politik verkehrt sich aktuell in ihr absurdes Gegenteil. Mittlerweile gilt: Jegliches eigene Betroffensein kann absolut gesetzt und daraus das Recht abgeleitet werden, dass Missstände sofort beseitigt werden. Kurz zusammengefasst ist das Argument: Wer sich als Opfer <em>fühlt</em>, hat Recht; und die anderen die Verantwortung, die Bedingungen so zu verändern, dass das Opfer sich nicht mehr als Opfer fühlen muss (Stichworte: cancel culture, safe spaces an Universitäten usw.). Wie gesellschaftlich mit solchen radikalen Forderungen nach Zensur und in der Art einer Sprachpolizei umzugehen ist, wird aktuell unter dem Stichwort &#8222;Identitätspolitik&#8220; mit harten Bandagen verhandelt.</p>
<p>Nimmt man beide Bewegungen zusammen, scheint heute zu gelten: Jene, die quer <em>denken</em>, sollen möglichst genau (am liebsten vom Verfassungsschutz?) beobachtet werden, während jene, die quer <em>sind</em>, fordern, gesellschaftlichen Schutz zu erhalten und all jenes auszumerzen, was sie verletzen könnte. Ist das der neue Unterschied zwischen Denken und Sein? Ein Ausdruck der &#8222;neuen Normalität&#8220;? Wer denkt ist gefährlich, wer fühlt oder &#8222;ist&#8220;, gehört geschützt? Mir scheint das völlig verquer (man möge das Sprachspiel verzeihen), denn beides hat mit Zensur zu tun.</p>
<p>Bei jeder Art von Zensur wird es eng. Ganz egal, wie sie motiviert ist. Zensur bedeutet Unfreiheit, Kontrolle, Restriktion. Und sie ist ein eindeutiges Zeichen für Totalitarismus.</p>
<p>Was wir brauchen: Deutlich weniger Debatte und dafür mehr Gespräch! In der Debatte streiten jene miteinander, die mit Wahrheit gesegnet sind, womit das Gegenüber in jedem Fall Unrecht haben muss. Im Gespräch kommt dagegen zum Tragen, was Friedemann Schulz von Thun so gerne betont: Die Wahrheit beginnt zu Zweit. Und genau da müssen wir (wieder) hin!</p>
<p><span style="color: #870800;"> </span></p>
<p><em>Heike Egner, Geographin, Sozionautin, Gastprofessorin an der Universität für Bodenkultur in Wien und Vorstandsmitglied des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">7. April 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<title>Ein Jahr Corona-Blog</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/ein-jahr-corona-blog/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 05:21:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HORST PETER GROSS: Am 11. März 2020, als die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung des Covid-19-Virus zur Pandemie erklärte, war der Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten mitten in der Aussendung des Jahresprogramms 2020 und in Vorbereitung seines Jubiläums-Symposiums. Vieles hat sich seither verändert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-5 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-4 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Am 11. März 2020, als die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung des Covid-19-Virus zur Pandemie erklärte, war der Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten mitten in der Aussendung des Jahresprogramms 2020 und in Vorbereitung seines Jubiläums-Symposiums. Vieles hat sich seither verändert.</p>
<p>Am 16. März 2020 ging Österreich in den ersten Lockdown: Einreisebeschränkungen, Grenzkontrollen, einzelne Gemeinden unter Quarantäne gestellt, d.h. von der Außenwelt abgeschnitten. Besuche in Spitälern und Altersheimen wurden verboten, Hotels und Beherbergungsbetriebe behördlich gesperrt, Geschäfte geschlossen, Supermärkte durften nur mehr mit Mund-Nasenschutz betreten werden. Alltägliche (bis dahin unreflektierte) Selbstverständlichkeiten wurden per Verordnung außer Kraft gesetzt. Staatliche Eingriffe in unser Leben, die zuvor völlig unvorstellbar waren. So etwas kannten wir, wenn überhaupt, nur aus der Geschichte oder haben wir autoritären Regimen unterstellt – ideologischen &#8222;Feinden&#8220; unserer freien Marktwirtschaft und der liberalen Demokratie, von denen wir uns seit dem 2. Weltkrieg abgegrenzt hatten.</p>
<p>Die Welt, wie wir sie kannten, war mit Corona gleichsam &#8222;über Nacht&#8220; zu Ende gegangen. Dass all dies einmal auch uns selbst betreffen könnte, war bis dahin unvorstellbar! Die regulative Idee der Freiheit, zuvor selbstgefällig in den &#8222;abgehobenen&#8220; philosophischen Diskurs verbannt, war plötzlich ins Zentrum gesellschaftlicher Praxis gerückt, und mit ihr auch Fragen nach gesellschaftlicher Solidarität und Gerechtigkeit. Erstmals seit dem 2. Weltkrieg wurde uns nachfolgenden Generationen gewahr, dass wir in einer Scheinsicherheit lebten, getragen vom unbändigen Glauben an naturwissenschaftlich-technologischen Fortschritt und einer &#8222;vorgefundenen&#8220; demokratischen Verfassung, die angesichts ihrer Wohlstands-Sättigung immer mehr Nichtwähler*innen zeitigte. Dass unsere Demokratie im vorigen Jahrhundert blutig erkämpft werden musste, ist den meisten nicht mehr bewusst. Bequemlichkeit, Konsumismus, Egoismus – das ist Bild und die Praxis unserer säkularen hedonistischen Gesellschaft, die aus kollektiver Angst davor, zu kurz zu kommen, das Leben als eine Art letzte Gelegenheit lebt und ihr &#8222;Heil&#8220; in immer mehr Macht, Besitz und Naturbeherrschung sucht.</p>
<p>Die Corona-bedingte Isolation des &#8222;sozialen Tiers Mensch&#8220; hat uns jedoch bewusst gemacht, wie wichtig zwischenmenschliche Kontakte, persönliche Begegnungen und sogar Berührungen sind und wie sehr ein &#8222;gutes Leben&#8220; von Qualitäten abhängt, die man nicht kaufen, sondern nur &#8222;erleben&#8220; kann. Ein Erleben im Innehalten und der Vergegenwärtigung dessen, was in bewusster Wahrnehmung des &#8222;Hier-und-Jetzt&#8220; nur sinnlich erfass- und genießbar ist. Die Erfahrung, dass Status und seine Symbole dauerhaft weder ein Gefühl von Sicherheit noch Zufriedenheit gewährleisten können, die es zu einem erfüllten Leben braucht. Andererseits hat sich auch in verstörender Weise gezeigt, wie nahe sich große Teile der Bevölkerung finanziell an der Klippe zum sozialen Abstieg befinden und existenziell gefährdet sind, sobald nicht alles seinen &#8222;gewohnten&#8220; Weg geht.</p>
<p>In unserem Corona-bedingt abgesagten 25. Symposium 2020 wollten wir uns mit der Frage befassen, welche Zukunft wir WOLLEN. Wir beabsichtigten, uns auf die Suche nach &#8222;Inseln der Hoffnung für eine aufgeklärte Aufklärung&#8220; zu begeben, wurden aber durch die Pandemie jäh eingebremst. Inzwischen, ein Jahr später, hat sich an der Relevanz dieser Frage nichts geändert – im Gegenteil: Nun stellt sich diese Frage umso zugespitzter, nämlich wie eine &#8222;neue Normalität&#8220; nach dieser globalen viralen Bedrohung und infolge dieser kollektiven Erfahrung einer inszenierten Politik der Angst aussehen könnte? Wie schaffen wir es, unseren Blick in die Zukunft zu richten, in der mit dem Klimawandel eine noch viel größere globale Herausforderung ansteht? Die zunehmend ins Bewusstsein dringende Erkenntnis, dass wir alle auf dem einen Ast sitzen, den wir mit atemberaubender Geschwindigkeit absägen, in der irrigen Hoffnung, dass schon alles gut gehen wird, macht uns nur noch ratloser. Dieser (Aber-)Glaube daran widerspricht jeder naturwissenschaftlicher Erkenntnis, auf die wir uns sonst gerne berufen. Insofern greift unser Verstand zu kurz und bedarf es ergänzend dazu einer Vernunft, die darüber hinaus das Ganze und das Gute in den Blick nimmt. Anthropologisch gewendet brauchen wir den Blick auf ein &#8222;gutes Leben&#8220; für alle, im besten philosophischen Sinn. Dies wäre der Fokus, der ins Zentrum unseres Wollens, Denkens und Handelns gestellt werden muss.</p>
<p><em>Horst Peter Groß, Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">01. April 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<title>&#8222;Neue Normalität&#8220; als schwarzer Sack?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Mar 2021 07:33:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[FRANZ J. SCHWEIFER: Stellen Sie sich vor, ein schwarzer Sack würde an Ihren Meetings teilnehmen oder durch einen vertrauten Ort spazieren. Wie würden Sie reagieren? Gut möglich, dass Sie sich – nach anfänglicher Irritation und Verwunderung – mit der Zeit daran gewöhnen. Und dass das Absurde ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-6 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-5 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Stellen Sie sich vor, ein schwarzer Sack würde an Ihren Meetings teilnehmen oder durch einen vertrauten Ort spazieren. Wie würden Sie reagieren? Gut möglich, dass Sie sich – nach anfänglicher Irritation und Verwunderung – mit der Zeit daran gewöhnen. Und dass das Absurde oder Unvorstellbare zur Normalität wird. So wie etwa Masken oder Baby-Elefanten in Covid-Zeiten &#8222;normal&#8220; geworden sind.</p>
<p>1967, Oregon University. In einem Hörsaal tritt ein mysteriöser schwarzer Sack auf. Jeden zweiten Tag, pünktlich um 11 Uhr. Er ist stumm, aber offensichtlich steckt ein Mensch darunter, weil dessen Füße zu sehen sind. Anfangs wird der seltsame Gast als lästiger Störenfried empfunden und die Studierenden fragen misstrauisch, was &#8222;der da&#8220; soll. Aber Antworten bleiben aus. Dennoch gewöhnen sie sich an den ungewöhnlichen &#8222;Sackmenschen&#8220;, als hätte er schon immer dazugehört. Und die anfängliche (mitunter feindselige) Skepsis verwandelt sich in Neugier, schließlich sogar in Freundschaft.</p>
<p><em>&#8222;Black Bag Experiment&#8220;</em> nannte sich der ungewöhnliche Versuch, durchgeführt vom Sozialpsychologen Charles Götzinger. Damit belegte er den sogenannten <em>&#8222;Mere-Exposure-Effekt&#8220;</em>, der zuvor vom US-Psychologen und Stanford-Professor Robert Zajonc entdeckt wurde. In der Sozialpsychologie wird dieser Effekt auch als <em>Vertrautheitsprinzip</em> bezeichnet. Denn er beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen dazu neigen, eine Vorliebe für Dinge zu entwickeln, nur weil sie mit ihnen vertraut(er) sind. Allein die wiederholte Wahrnehmung hat ihre positivere Bewertung zur Folge.</p>
<p>Erst stört uns also Neues, Ungewöhnliches und Unbekanntes, wir echauffieren uns, ja lehnen es zuweilen heftig ab. Aber allmählich gewöhnen wir uns daran – bis es schließlich Teil einer &#8222;neuen Normalität&#8220; wird. Kommt Ihnen das bekannt vor? Noch im Frühjahr 2020 hielten Experten es für ausgeschlossen, dass die westliche Kultur das kollektive Maskentragen jemals zulässt. Sie hatten wohl nicht mit dem <em>&#8222;Mere-Exposure-Effekt&#8220;</em> gerechnet. Dabei sind Effekte bzw. schwarze Säcke wie diese höchst widersprüchliche Zeitgeister, derer sich etwa auch Werbung oder Politik erfolgreich bedienen.</p>
<p>Die Chance: Das &#8222;neue Normal&#8220; ist auch ein Abbild unserer Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedingungen. Das Risiko: Ein &#8222;neues Normal&#8220; kann – auch abseits von Pandemien – dazu führen, dass wir dauerhaft auf Errungenschaften verzichten, um die einst hart gestritten wurde. Und dass wir immer weniger aufschreien, wenn sie nach und nach verschwinden – weil wir es uns im Gewöhnungsmodus bequem eingerichtet haben. Oder gar zur &#8222;<em>Verhausschweinung&#8220; </em>tendieren, wie sie einst Nobelpreisträger Konrad Lorenz beklagte. Die Moral von der Geschicht´ – vergiss die &#8222;schwarzen Säcke&#8220; nicht!</p>
<p>Apropos: Wann zuletzt ist Ihnen ein &#8222;schwarzer Sack&#8220; begegnet? Und wie haben Sie reagiert?</p>
<p><em>Mag. Dr. Franz J. Schweifer, Zeitforscher &amp; Zeitphilosoph alias Temposoph, Stv. Vorsitzender &#8222;Verein zur Verzögerung der Zeit&#8220;, Universität Klagenfurt</em></p>
<p style="text-align: right;">24. März 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<title>Corona-Impfung als Verletzung des Nürnberger Kodex?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2021 06:21:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HEIKE EGNER: Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat eine aus Israel eingereichte Klage wegen Verletzung des Nürnberger Kodex durch die israelische Regierung und Pfizer angenommen – die Entscheidung darüber steht nun aus. Eingereicht wurde die Klage von ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-7 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-6 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat eine aus Israel eingereichte <a href="https://uncutnews.ch/der-internationale-strafgerichtshof-nimmt-eine-klage-wegen-verletzung-des-nuernberger-kodex-durch-die-israelische-regierung-und-pfizer-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klage wegen Verletzung des Nürnberger Kodex</a> durch die israelische Regierung und Pfizer angenommen – die Entscheidung darüber steht nun aus. Eingereicht wurde die Klage von einer Gruppe von Anwälten, Ärzten und besorgten Bürgern, die von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen möchten, &#8222;keine experimentelle medizinische Behandlung (COVID-Impfstoff) zu erhalten und sich deswegen unter großem und schwerem illegalem Druck der israelischen Regierung fühlen&#8220;.</p>
<p>Man muss schon sehr weit zurücktreten und erhebliche Distanz suchen zu dem Informations-Bombardement aus Politik und Medien, die in einer ganz erstaunlichen – und (freiwillig) nie dagewesenen – Einstimmigkeit seit mehr als einem Jahr systematisch Angst verbreiten, um sehen zu können, wie angebracht eine derartige Klage ist.</p>
<p>Zur Erinnerung: Die durchschnittliche Dauer zur Entwicklung eines Impfstoffes beträgt 6 – 8 Jahre; die bisher kürzeste Entwicklung betrug 4,5 Jahre. Die Corona-Impfstoffe wurden in deutlich weniger als einem Jahr entwickelt. Die EU-Behörde hat dem zuerst zugelassenen Impfstoff von Biontech/Pfizer lediglich eine vorläufige Zulassung von einem Jahr erteilt, da wichtige Information fehlen. Desgleichen bei den weiteren Zulassungen, die im Eiltempo durchgepeitscht wurden. Die Impfstoffhersteller bestehen darauf, von jeglicher Produkthaftung befreit zu werden. Sie wissen warum! Die nun angewandte mRNA-Technologie ist komplettes Neuland – ein Impfprinzip, dass trotz intensiver Forschung in den vergangenen 20 Jahren aufgrund der Nebenwirkungen noch nie regulär zugelassen worden ist. Nun werden die fehlenden Tests in einem global angelegten Feld-Experiment (neudeutsch: Real-Labor) durchgeführt. Einer der ebenfalls neu entwickelten Vektor-Impfstoffe steht gerade aufgrund von Nebenwirkungen, die kritische Mediziner längst genau so vorhergesagt hatten, in heftiger Kritik. Verbunden mit dieser Debatte wird deutlich, dass <a href="https://www.derstandard.at/story/2000125133007/luecken-bei-erfassung-von-nebenwirkungen-nach-impfungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nebenwirkungen gar nicht systematisch gesammelt</a> werden. Durchimpfen – egal was es (an Geld oder Leben) kostet?</p>
<p>Eine Impfung mag notwendig sein, zumindest für jene, die aufgrund ihrer körperlichen Verfasstheit Gefahr laufen, bei einer Ansteckung einen schweren Verlauf zu erleiden, der dann eventuell tödlich enden könnte. Aber die übergroße Anzahl jener Menschen, die dieses Risiko eines schweren Verlaufs gar nicht haben, dazu zwingen zu wollen, sich einem experimentellen Impfstoff auszusetzen, widerspricht jeglicher Ethik – nicht nur der Medizinethik des Nürnberger Kodex. Man mag einwenden, dass die Entscheidung doch jedem selbst überlassen bleibt und staatlich niemand gezwungen würde. Das mag formal stimmen. Die Diskussionen über Impfpass, Testzwang, Zutrittsregeln und Reisebestimmungen sind jedoch faktisch einer Zwangsmaßnahme gleichzusetzen.</p>
<p><span style="color: #870808;"><em>Der Schlusssatz dieses Textes musste aufgrund der dringenden Aufforderung des Rektors der Universität Klagenfurt am 5. Mai 2021 gelöscht werden</em>.</span></p>
<p><em>Heike Egner, </em><em>Geographin, Sozionautin, Gastprofessorin an der Universität für Bodenkultur in Wien und Vorstandsmitglied des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">19. März 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Jahr Corona-Krisenmanagement &#8211; haben wir daraus gelernt?</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/ein-jahr-corona-krisenmanagement/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2021 06:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HORST PETER GROSS: Beim Lockdown am 16. März 2020 konnte man entschlossenes politisches Handeln zugestehen. Die überraschende Konfrontation mit dem Covid-19-Virus und seiner tödlichen Bedrohung führte zu einer nationalen Schockstarre und anfangs zu überraschendem ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-8 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-7 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Beim Lockdown am 16. März 2020 konnte man entschlossenes politisches Handeln zugestehen. Die überraschende Konfrontation mit dem Covid-19-Virus und seiner tödlichen Bedrohung führte zu einer nationalen Schockstarre und anfangs zu überraschendem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Umgang mit dieser seit Generationen völlig neuen Ausnahmesituation war politisches Neuland. Verstörende Medienberichte aus aller Welt verstärkten die Ängste der Menschen und die Unsicherheit der Entscheidungsträger. Es musste kurzfristig auf ungenügender Faktenbasis in Unsicherheit entschieden und rasch gehandelt werden. Dabei konnte nicht alles gänzlich richtig, sinnvoll, angemessen, ausreichend etc. sein, wie sich im Rückblick allzu leicht kritisieren lässt. Daher konnte man zu Beginn der Pandemie noch die vielzitierte &#8222;Unschuldsvermutung&#8220; gelten lassen. Im Nachhinein weiß man es besser, aus Fehlern lernt man. – Aber stimmt das hier?</p>
<p>Offenbar ist die Politik nach dem ersten Lockdown davon ausgegangen, die Pandemie weitgehend überwunden zu haben. Wurde die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle unterschätzt, weil parallel zur Öffnung im Sommer 2020 keine Vorbereitungen getroffen wurden, um Wirtschaft, Bildung und Kultur für den Herbst handlungsfähig zu machen und nicht wieder die gesamte Gesellschaft herunterfahren zu müssen? Scheinbar wurde vertrauensselig auf die rasche &#8222;Erlösung&#8220; durch eine Impfung gesetzt, die sich wie ein Lichtblick am Horizont abzeichnete.</p>
<p>Warum aber wurden die umfassenden Testmöglichkeiten, die es nun seit Februar 2021 gibt, nicht bereits viel früher zur Verfügung gestellt, um bis dahin ein wenigstens halbwegs angemessenes gesellschaftliches Leben bei gleichzeitiger Reduktion der Ansteckungsgefahr aufrecht zu erhalten? Schließlich stellt sich die Frage, wie es zu diesem &#8222;Impf-Dilemma&#8220; kommen konnte, bei dem Impfwillige bei uns vertröstet werden müssen, während andere Länder massiv impfen? Im Unterschied zum solidarischen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu Beginn der Pandemie (wir verzeichneten damals im Sinne von Friedrich Nietzsche eine krisenbedingte &#8222;Umkehrung der Werte&#8220;), kommt nun wieder der Egoismus zum Vorschein. Insbesondere im &#8222;Wettstreit&#8220; darum, wer angesichts des massiven Mangels an Impfmöglichkeiten zuerst geimpft wird und wer darauf warten muss. Besonders empörend wird empfunden, dass Regionen, in denen die Ansteckungsgefahr zum Teil fahrlässig missachtet wurde, nun bei den Impfungen vorgereiht werden. Der politisch in den Raum gestellte &#8222;grüne Pass&#8220; mit der an die Impfung gebundenen Reisefreiheit, auf die alle schon lange warten, verstärkt Neid, Missgunst und die gesellschaftliche Spaltung.</p>
<p>Nach einem Jahr medial inszenierter &#8222;Verkündigungspolitik&#8220; mit massiven Einschränkungen trotz gleichzeitiger Plan- und Ziellosigkeit, zum Teil unverständlichem Zick-Zack-Kurs, vielen leeren Versprechungen und weiterhin vielen offenen Fragen, ist das Vertrauen in die Politik im Keller. Leider nehmen das viele zum Anlass, ihr renitentes, unsolidarisches Verhalten zu rechtfertigen. Das ist genauso wenig tolerierbar.</p>
<p><em>Horst Peter Groß, Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">16. März 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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		<item>
		<title>Weltfrauentag 2021. Noch viel zu tun!</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/weltfrauentag-2021/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2021 09:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HEIKE EGNER: Am 8. März werden die Frauen gefeiert. Anlässe, Frauen zu feiern, gäbe es unendlich viele. Allerdings sind die Verhältnisse für Frauen zwischen dem 8. März 2020 und dem diesjährigen allerorten noch schlechter geworden. Frauen haben ihre berufliche Arbeit (und damit ihre Karriere) zurückgestellt, um ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-9 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-8 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Am 8. März werden die Frauen gefeiert. Anlässe, Frauen zu feiern, gäbe es unendlich viele. Allerdings sind die Verhältnisse für Frauen zwischen dem 8. März 2020 und dem diesjährigen allerorten noch schlechter geworden. Frauen haben ihre berufliche Arbeit (und damit ihre Karriere) zurückgestellt, um Mann und Kinder im gemeinsamen Haushalt zu managen, zu versorgen, Homeschooling zu betreuen, die Logistik zu stemmen und dazu noch alle emotional zu tragen. Frauen wurden unsichtbarer im letzten Jahr. Sie tauchen weniger in den Medien auf, sowohl als diejenigen, die berichten, als auch als diejenigen, über die berichtet wird. Die Krise öffnet die Bühne für Männer viel mehr als für Frauen, obwohl sie als Expertinnen gleichermaßen überall &#8222;ihren Mann&#8220; stehen. Dafür hat die Gewalt gegen Frauen (und Kinder) zugenommen. In jedem Lockdown. Überall auf der Welt. Auch in Österreich. Auch in Deutschland. Femizid ist mittlerweile ein Begriff, der in die Alltagssprache gewandert ist. Weltfrauentag 2021? Kein Tag zum Feiern!</p>
<p>Der SPIEGEL notiert selbstkritisch in eigener Sache ein erstaunliches Missverhältnis: Zwischen dem 1. März 2020 und dem 28. Februar 2021 wurden in den dortigen Texten dreimal mehr Männer als Frauen namentlich erwähnt (107.000 Männern, 28.000 Frauen, <a href="https://www.spiegel.de/backstage/geschlechterverhaeltnis-in-spiegel-artikeln-so-haben-wir-frauen-und-maenner-gezaehlt-a-7eca4fd3-aaeb-4cc8-8ffb-ef72a38a003c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.spiegel.de/backstage/geschlechterverhaeltnis-in-spiegel-artikeln-so-haben-wir-frauen-und-maenner-gezaehlt-a-7eca4fd3-aaeb-4cc8-8ffb-ef72a38a003c</a>). Blicken wir auf unseren eigenen <a href="https://archiv.landschaftdeswissens.at/category/blog-quer-gedacht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> im Uni.Club, dann sieht das Bild noch düsterer aus: Es schreiben 11 Männer und – 1 Frau. Allerdings: Von den bis zum 08.03.2021 veröffentlichte 56 Blog-Beiträgen stammen 14 (25 %) aus dieser einen weiblicher Feder.</p>
<p>Ich wünsche mir mehr Frauen, die ihre Stimme erheben und ihre Ansichten bekunden. Für eine gute Zukunft brauchen wir so viele unterschiedliche Beiträge, wie es nur geht. Dazu braucht es weitreichende strukturelle Veränderungen. Denn eines ist sicher: An den Frauen liegt es nicht!</p>
<p><em>Heike Egner, Geographin, Sozionautin, Gastprofessorin an der Universität für Bodenkultur in Wien und Vorstandsmitglied des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">8. März 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Corona im Blindflug? – Was wissen wir eigentlich, und was nicht?</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/corona-im-blindflug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uniclub_redakteur]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2021 07:04:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[QUERgedacht Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[HORST PETER GROSS: Die medial vermittelte tägliche Anzahl der "Positiv-Getesteten" sowie der "An-oder-mit-Corona-Verstorbenen" sind die Messlatten, nach denen unser Leben seit einem Jahr politisch bestimmt wird. Was aber bedeuten diese Zahlen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-10 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling"  style='background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;'><div class="fusion-builder-row fusion-row "><div  class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_1_1 fusion-builder-column-9 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last 1_1"  style='margin-top:0px;margin-bottom:20px;'><div class="fusion-column-wrapper" style="padding: 0px 0px 0px 0px;background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;"   data-bg-url=""><div class="fusion-text"><p>Die medial vermittelte tägliche Anzahl der &#8222;Positiv-Getesteten&#8220; sowie der &#8222;An-oder-mit-Corona-Verstorbenen&#8220; sind die Messlatten, nach denen unser Leben seit einem Jahr politisch bestimmt wird.</p>
<p>Was aber bedeuten diese Zahlen? Zahlen werden zu Fakten, wenn sie auf etwas Bestimmtes bezogen, d.h. in einen Zusammenhang gestellt werden. Dieser Bezug und somit die Entscheidungsgrundlage für die einschneidenden Maßnahmen wird in der Corona-Pandemie (zurecht!) von der Politik hergestellt, die – und davon sollten wir hoffentlich ausgehen können – nach bestem (Experten-)Wissen und Gewissen entscheidet.</p>
<p>Doch welche Gewissheiten gibt es dafür?</p>
<p>Heißt &#8222;Corona-positiv getestet&#8220; automatisch, dass die Betroffenen tatsächlich infiziert und damit &#8222;krank&#8220; sind? Die Anzahl der positiv Getesteten hängt nicht nur von der Reliabilität und Validität, sondern auch von der Anzahl der Tests ab. Je mehr Tests, desto mehr potenziell Positiv-Getestete. Klar. – Allerdings werden &#8222;Positiv-Getestete&#8220; in den Statistiken mit &#8222;Neuinfizierten&#8220; gleichgestellt und mitgerechnet, was so nicht stimmt. Warum diese Irreführung? Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, gibt es inzwischen Viele, die mit Corona infiziert waren, d.h. Antikörper gebildet, aber keine Krankheitssymptome verspürt hatten. Waren diese überhaupt &#8222;krank&#8220; im definierten Sinne? Waren sie damit auch ansteckend, oder sind dies nur Infizierte in jener Phase, in der sie auch Krankheitssymptome zeitigen? Wie viele Routine- und Vorsorgeuntersuchungen, wie viele Arztbesuche und Operationen wurden Corona-bedingt verschoben, und wie hat sich dies auf die sogenannten &#8222;Vorerkrankungen&#8220; ausgewirkt, auf die im Zusammenhang mit der Mortalität (&#8222;an oder mit Corona&#8220;) immer wieder verwiesen wird? Warum wird seitens der Behörden nicht unterschieden, ob jemand &#8222;an oder mit Corona&#8220; verstirbt? Warum fragen die Medien hier nicht genauer nach? Das macht doch im Hinblick auf die gesellschaftlich einschneidenden politischen Entscheidungen einen Unterschied, oder?</p>
<p>Die Sorge vor der Überlastung unseres Gesundheitssystems ließ und lässt die Politik offenbar auf &#8222;Nummer sicher&#8220; gehen – und damit vielleicht auch zu weit, wenn man die Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten wie auch die gesamtgesellschaftlichen Kollateralschäden einbezieht. Im Gegenzug dafür wird zwar öffentliches Geld in erstaunlicher Höhe in die Hand genommen – kurzfristig ohne Frage notwendig. Wer will schon Anarchie? Doch das ist im Grunde das Kapital der von den Restriktionen Betroffenen wie auch das aller solidarisch mitverpflichteten Staatsbürger*innen, welche die Schulden, die zu Ihrem Schutz und in ihrem Namen aufgenommen werden, selbst zurückzahlen müssen.</p>
<p><em>Horst Peter Groß, Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten</em></p>
<p style="text-align: right;">3. März 2021</p>
</div><div class="fusion-sep-clear"></div><div class="fusion-separator fusion-full-width-sep sep-none" style="margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:;"></div><div class="fusion-text"></div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div>
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