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	Kommentare zu: Das Geschenk des Zweifels	</title>
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	<description>Wissenschaftsverein Kärnten</description>
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		<title>
		Von: Heike Egner		</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/das-geschenk-des-zweifels/#comment-29</link>

		<dc:creator><![CDATA[Heike Egner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2021 08:52:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Dominic, 
danke Dir für das schöne Bild mit dem Sauerteig! Für mich als Tochter eines Bäckers besonders schön!
Ich verstehe Deinen Wunsch nach einem positiven Begriff sehr gut. Allerdings versuchen wir derzeit nahezu alles mit schönen (= positiven) Wörtern zu bezeichnen. Oft scheint mir, als dürfte nur noch Positives in unserem Leben stattfinden - oder wir müssten Anstrengedes, Negatives, Schlimmes ins Positive wenden, sonst versagen wir irgendwie an uns selbst. Ich halte viel davon, die Dinge auch bei ihrem Namen zu nennen. Und gerade &quot;Zweifel&quot; hat so in vielen unterschiedliche Bereichen eine leicht unterschiedliche Bedeutung, und ist zugleich ein Wort, das fundamentaler ist als die Wendungen, die Du eher verwenden möchtest. Und ja, fundamental darf man heute auch nicht sein. Aber es gibt Fundamentalismen, für die ich einstehen möchte, wie Wahrheit, Liebe, Frieden zum Beispiel. Alles Begriffe, die gerade sehr unmodern sind, zumindest in ihrer fundamentalen Bedeutung; viel moderner ist es, die Vielfalt der Perspektiven darauf zu betonen. In denen wir uns dann schnell verlieren. Dies ist der Hintergrund, warum ich den Zweifel als Geschenk begreife.
Danke Dir für Deinen Kommentar, der mich hat klar werden lassen, dass es mir tatsächlich um Fundamentales geht.
Liebe Grüße
Heike]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Dominic,<br />
danke Dir für das schöne Bild mit dem Sauerteig! Für mich als Tochter eines Bäckers besonders schön!<br />
Ich verstehe Deinen Wunsch nach einem positiven Begriff sehr gut. Allerdings versuchen wir derzeit nahezu alles mit schönen (= positiven) Wörtern zu bezeichnen. Oft scheint mir, als dürfte nur noch Positives in unserem Leben stattfinden &#8211; oder wir müssten Anstrengedes, Negatives, Schlimmes ins Positive wenden, sonst versagen wir irgendwie an uns selbst. Ich halte viel davon, die Dinge auch bei ihrem Namen zu nennen. Und gerade &#8222;Zweifel&#8220; hat so in vielen unterschiedliche Bereichen eine leicht unterschiedliche Bedeutung, und ist zugleich ein Wort, das fundamentaler ist als die Wendungen, die Du eher verwenden möchtest. Und ja, fundamental darf man heute auch nicht sein. Aber es gibt Fundamentalismen, für die ich einstehen möchte, wie Wahrheit, Liebe, Frieden zum Beispiel. Alles Begriffe, die gerade sehr unmodern sind, zumindest in ihrer fundamentalen Bedeutung; viel moderner ist es, die Vielfalt der Perspektiven darauf zu betonen. In denen wir uns dann schnell verlieren. Dies ist der Hintergrund, warum ich den Zweifel als Geschenk begreife.<br />
Danke Dir für Deinen Kommentar, der mich hat klar werden lassen, dass es mir tatsächlich um Fundamentales geht.<br />
Liebe Grüße<br />
Heike</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Dominic Nailis		</title>
		<link>https://archiv.landschaftdeswissens.at/das-geschenk-des-zweifels/#comment-28</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dominic Nailis]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2021 10:25:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Heike,

viel Zustimmung und eine kleine Ergänzung zu deinem Artikel: 

Auf der Skala zwischen &quot;fixer Idee&quot; einerseits und &quot;Wahrheit&quot; andererseits gibt es viele Nuancen. Ich nenne den &quot;ersten und zweiten Eindruck&quot;, die &quot;durch Erfahrung erhärtete Hypothese&quot;, die &quot;begründete Meinung&quot; .... Die Kunst, die eigene Position immer wieder in Frage zu stellen - also zu bezweifeln wie Du es nennst - hat für mich ein positiveres Wort verdient. Denn das Aufgeben vertrauter Positionen hat ja im besten Fall etwas erfrischendes, neues. 
Ein Vergleich:
Ich habe mich über Weihnachten mit Sauerteig beschäftigt. Lievito Madre. Ein Hauch von Italien in meinem Backofen! Den muss man, um ihn am Leben zu erhalten, immer wieder, spätestens wöchentlich, auffrischen - und das sollten wir uns für unsere Positionen auch angewöhnen. So entsteht ein frisches Bild, eine aktualisierte Karte, die doch nicht die Landschaft ist, wie wir wissen.
  
Ich wünsche uns ein regelmäßig aufgefrischtes Weltbild für 2021.

Liebe Grüße

Dominic]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Heike,</p>
<p>viel Zustimmung und eine kleine Ergänzung zu deinem Artikel: </p>
<p>Auf der Skala zwischen &#8222;fixer Idee&#8220; einerseits und &#8222;Wahrheit&#8220; andererseits gibt es viele Nuancen. Ich nenne den &#8222;ersten und zweiten Eindruck&#8220;, die &#8222;durch Erfahrung erhärtete Hypothese&#8220;, die &#8222;begründete Meinung&#8220; &#8230;. Die Kunst, die eigene Position immer wieder in Frage zu stellen &#8211; also zu bezweifeln wie Du es nennst &#8211; hat für mich ein positiveres Wort verdient. Denn das Aufgeben vertrauter Positionen hat ja im besten Fall etwas erfrischendes, neues.<br />
Ein Vergleich:<br />
Ich habe mich über Weihnachten mit Sauerteig beschäftigt. Lievito Madre. Ein Hauch von Italien in meinem Backofen! Den muss man, um ihn am Leben zu erhalten, immer wieder, spätestens wöchentlich, auffrischen &#8211; und das sollten wir uns für unsere Positionen auch angewöhnen. So entsteht ein frisches Bild, eine aktualisierte Karte, die doch nicht die Landschaft ist, wie wir wissen.</p>
<p>Ich wünsche uns ein regelmäßig aufgefrischtes Weltbild für 2021.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Dominic</p>
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